Patientensicherheit durch die adäquate Versorgung mit Medizinischtechnischen Assistenten (MTA) sichern.

Patientensicherheit durch die adäquate Versorgung mit Medizinischtechnischen Assistenten (MTA) sichern.

„Ohne MTA keine Diagnostik, ohne Diagnostik keine Therapie!“

Patienten haben einen Anspruch auf eine effiziente und effektive Gesundheitsversorgung. Rund 98.000 Medizinisch-technischen Assistenten (kurz MTA), der vier Fachrichtungen Laboratoriumsmedizin, Radiologie, Funktionsdiagnostik und Veterinärmedizin, leisten einen wesentlichen Beitrag zur Gesundheitsversorgung, da sie die ärztliche Diagnostik und Therapie durch Blutanalysen, Erstellung von Schichtaufnahmen (CT, MRT etc.), Durchführung von Funktionstests, Lebensmittelanalysen etc., ermöglichen.

Damit dies auch zukünftig gewährleistet bleibt, muss der Nachwuchs in den MTA-Berufen gesichert werden.

Laut Krankenhausinstitut im Krankenhausbarometer 2016 herrscht Fachkräftemangel in den MTA-Berufen. Ein Drittel der Allgemeinkrankenhäuser ab 100 Betten konnten im Frühjahr 2016 offene MTRA-Stellen nicht mehr besetzen.

Bei MTLA stieg der Anteil der vom Fachkräftemangel betroffenen Häuser von vier Prozent (2011) auf 14 Prozent bei überproportionaler Betroffenheit der Großkrankenhäuser ab 600 Betten (23 Prozent).

Es besteht da her dringender Handlungsbedarf.

Um dem Fachkräftemangel zu begegnen, bedarf es moderner Ausbildungsgesetze, einer adäquaten Berufsbezeichnung und Karriereperspektiven für die MTA-Berufe.

Eine Reform des MTA-Gesetzes und der MTA-APrV ist dringend erforderlich! Die rasanten Fortschritte von Wissenschaft und Technik im Gesundheitswesen beeinflussen die Entwicklung der einzelnen MTA-Berufe sehr.

Der Umgang mit innovativen und hochkomplexen Technologien, wie z.B. komplexen IT- Lösungen, 3-D Bestrahlungsplanung, Laborautomaten etc., stellen stets neue Herausforderungen an die Qualifikation der Berufsangehörigen der MTA-Zweige.

Sie müssen hoch komplexen Technologien adäquat beherrschen, Bewältigungsstrategien entwickeln und interdisziplinär arbeiten. MTA müssen in ihren Fachdisziplinen, klinische Fragestellungen von Ärztinnen und Ärzten mittels technischer wie naturwissenschaftlicher Methoden und Verfahren beantworten. Zudem werden sie zur Arztentlastung z.B. im Bereich er Radiologie zunehmend mit der Applikation von Kontrastmitteln und Radionukliden befasst.

Die MTA –Zweige benötigen, um die ihnen per Gesetz vorbehaltenen Aufgaben in einer sich stets wandelnden Arbeitswelt zum Wohle des Patienten ausüben zu können, ein hohes Maß an Kompetenz.

Dies bedingt eine hochwertige Ausbildung auf dem aktuellen Stand von Wissenschaft und Technik als Grundlage einer modernen, technisch hochentwickelten und an den Bedürfnissen der Patientinnen und Patienten ausgerichteten Analyse und Diagnostik. Die derzeitige MTA-APrV aus dem Jahr 1994 erfüllt diese Voraussetzungen nicht.

Der DVTA hält es für dringend erforderlich, dass eine Reform der MTA- Ausbildungs- und Prüfungsverordnung insbesondere umfasst:

  • kompetenzorientierte und aktuelle Ausbildungsziele und Ausbildungsinhalte
  • bundeseinheitliche Rahmenlehrpläne und Ausbildungsrahmen, Fortbildungspflicht
  • gesetzliche Vorgaben (z.B. Qualitätsstandards) für die Lehrerausbildung, Praxisanleitung und Praxisbegleitung
  • bessere horizontale Durchlässigkeit der MTA-Berufe untereinander / Schaffung von Möglichkeiten für Quereinsteiger durch Zulassung von Fernunterricht (z.B. Modell HomburgSaar)
  • bessere vertikale Durchlässigkeit durch die Möglichkeit einer Hochschulausbildung entsprechend der Empfehlungen des Wissenschaftsrates (max. 10-20%) neben der fachschulischen Ausbildung
  • Kostenfreiheit der Ausbildung und Bezahlung einer Ausbildungsvergütung
  • Aufwertung desMTA- Berufes durch eine adäquate Berufsbezeichnung. MTAassistieren nicht! Sie üben selbstständig und eigenverantwortlich die ihnen vorbehaltenen Tätigkeiten aus.
  • Beibehaltung der vorbehaltenen Tätigkeiten und deren Ergänzung
  • Vereinbarkeit von Beruf und Familie durch die Regelung einer Teilzeitausbildung Patientensicherheit und Qualität der Gesundheitsversorgung sichern.

Die Patientensicherheit und die geforderte Qualität der Gesundheitsversorgung kann nur mit dem Einsatz von qualifiziertem Personal, wie den MTA-Berufen, erreicht werden.

Ökonomisierungsbestrebungen sind hier fehl am Platze.

Der DVTA hält es für dringend erforderlich, dass MTA entsprechend ihrer Ausbildung und Kompetenzen eingesetzt werden. Personal mit einer erfolgreich abgeschlossenen sonstigen medizinischen Ausbildung“ darf nur zum Einsatz kommen, wenn es selbst über die entsprechenden Kompetenzen verfügt.

Die Ökonomisierung hat auch zur Folge, dass es zu wenig Personal, zu lange Arbeitszeiten, eine schlechte Organisation, überfüllte Notfallambulanzen und zu viel Bürokratie gibt.

Der DVTA hält es für dringend erforderlich, dass bundesgesetzliche Personaluntergrenzen auch für die MTA-Berufe gelten. Der MTA-Beruf wird von der Politik nicht wahrgenommen.

In öffentlichen Stellungnahmen wird zumeist nur von Ärzten und Pflege gesprochen. Wichtig ist auch ein wertschätzender Umgang aller Gesundheitsberufe auf Augenhöhe.

Der DVTA hält es für dringend erforderlich, dass die Politik auch die anderen Gesundheitsberufe, wie z.B. die MTA, in öffentlichen Stellungnahmen benennt und eine der Pflege vergleichbare Öffentlichkeitsarbeit durchführt, da auch sie ein bedeutender Teil des Gesundheitswesens sind.

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